Marlyse Pietri

marlyse pietri portrait

28. Preisverleihung 2017
der Stiftung Dr. J. E. Brandenberger
am 11. November 2017 in Genf

2017 geht der Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger an Marlyse Pietri, Gründerin von Editions Zoé in Genf

Lebenslange Leidenschaft für Literaturaustausch über die Sprachgrenzen

Der mit 200'000 Franken dotierte Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger wird dieses Jahr in Würdigung ihres lebenslangen verlegerischen Engagements für die Sprach- und Landesgrenzen überschreitende Vermittlung von Schweizer Literatur an die Genferin Marlyse Pietri verliehen.

1975 gründete die Übersetzerin und Historikerin Marlyse Pietri zusammen mit drei Mitstreiterinnen und spärlichen Mittel den Verlag Editions Zoé im Keller eines Wohnhauses. Die zweisprachig aufgewachsene Marlyse Pietri wollte nach Lehr- und Wanderjahren in Deutschland, England, Mexiko und den USA und nach fünfjähriger Tätigkeit als Assistentin von Professor Jean-François Bergier ein Haus für Übersetzungen und Verbreitung von Schweizer Literatur gründen. Sie hat sich als Wegbereiterin für die Schweizer Literatur in Frankreich grosse Verdienste erworben und auch mit der «collection CH» den zeitgenössischen italienischen, romanischen und deutschsprachigen Autoren in der Romandie und in Frankreich den Weg geebnet. Autoren wie Robert Walser, Adolf Muschg, Gerhard Meier, Markus Werner u.a. erschienen bei Editions Zoé auf Französisch und auch die Promotion klassischer und junger Autoren aus der Romandie waren ihr ein grosses Anliegen. Literatur ist ein wesentlicher Beitrag zur gegenseitigen Verständigung zwischen den Landesteilen, zwischen Menschen aus verschiedenen Sprachregionen der Schweiz und in 36 Jahren sind bei Edition Zoé über 1000 Titel erschienen.

Es ist die Leidenschaft für Bücher-, Sprache- und Kulturaustausch, die Marlyse Pietri stets antrieb und ihr Enthusiasmus reichte von der Auswahl von Manuskripten, Übersetzung, Korrektur, Druck bis zur Verteilung. Fast dreissig Jahre lang führte sie den Verlag und gab 2011 die Leitung an Caroline Couteau weiter, ist aber bis heute mit der Weiterführung gewisser Aufgaben mit dem Verlag verbunden.

«Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr eine welsche Preisträgerin ehren dürfen,» sagt Stiftungsratspräsident Carlo Schmid-Sutter, « Marlyse Pietri erfüllt alle Kriterien, die unsere Stiftungsgeberin, Irma Marthe Brandenberger, die Tochter des Cellophan Erfinders Dr. J.E. Brandenberger, vor über 50 Jahren festgeschrieben hat: Es soll jährlich ein Preis ausgesetzt werden für Schweizer Persönlichkeiten, die sich unter grossem und anhaltenden Einsatz der Verständigung unter Menschen verschrieben haben und sich dabei besondere Verdienste erworben haben.»

Der Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger wird Marlyse Pietri am 11. November 2017 in Genf verliehen.